Wir erinnern an den 7. Oktober

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Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Erinnern heißt Verantwortung übernehmen

MAKKABI Deutschland warnt vor der Normalisierung von Antisemitismus, Hass und gesellschaftlicher Verrohung und fordert Politik, Sport und Zivilgesellschaft zum gemeinsamen Handeln auf.

Berlin, 6. Oktober 2026 – Drei Jahre sind vergangen seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Mehr als 1200 Menschen wurden ermordet, rund 200 verschleppt und unzählige verletzt und misshandelt. Viele Familien und Menschen haben an diesem Tag Angehörige verloren oder leben bis heute mit den Folgen.

Für uns als jüdischen Sportverband bleibt der 7. Oktober eine tiefe Zäsur. Wir erinnern an die Opfer und an all jene, deren Leben durch diesen Tag und seine Folgen dauerhaft verändert wurde.

Drei Jahre später müssen wir aber auch auf Entwicklungen hier in Deutschland schauen.

Was hat sich seit dem 7. Oktober verändert?

Antisemitismus ist sichtbarer, lauter und selbstverständlicher geworden. Jüdinnen und Juden erleben Anfeindungen im öffentlichen Raum, in Schulen und Hochschulen, im Netz und auch im Sport.

Besonders beunruhigend ist nicht nur die Zahl und der Anstieg antisemitischer Vorfälle. Es ist auch die Gewöhnung daran.

Hass, Hetze und menschenfeindliche Sprache verschieben Grenzen. Dinge, von denen viele glaubten, dass sie in Deutschland überwunden seien, sind wieder deutlich präsent.

Für viele Jüdinnen und Juden bedeutet das einen tiefen Einschnitt in ihr Leben. Sichtbares jüdisches Leben ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Wer einen Davidstern trägt, ein MAKKABI Trikot anzieht oder offen jüdisch lebt, muss mit Reaktionen rechnen, über die sich andere Menschen keine Gedanken machen müssen.

Alon Meyer, Präsident von MAKKABI Deutschland, sagt:

„Seit dem 7. Oktober ist vieles anders. Wir merken jeden Tag, dass Antisemitismus wieder aggressiver und alltäglichergeworden ist. Dinge, von denen wir geglaubt haben, dass wir sie in Deutschland überwunden haben, begegnen uns wieder. Das macht mich traurig und besorgt. Vor allem, weil es nicht abstrakt ist. Es betrifft unsere Familien, unsere Kinder, unsere Vereine und unseren ganz normalen Alltag. Ich will nicht, dass wir uns daran gewöhnen. Jüdisches Leben muss in Deutschland sichtbar, sicher und selbstverständlich sein. Dafür braucht es Menschen, die nicht schweigen, wenn andere ausgegrenzt oder angefeindet werden.“

Das dürfen wir nicht als neue Normalität akzeptieren.

Die Verantwortung liegt nicht allein bei jüdischen Organisationen.

Der Kampf gegen Antisemitismus kann nicht die Aufgabe derjenigen sein, die davon betroffen sind. Er ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Politik muss Antisemitismus konsequent benennen und Präventions-, Bildungs- und Beratungsstrukturen langfristig stärken. Schulen, Hochschulen, Sportverbände und -vereine brauchen Handlungssicherheit im Erkennen und im Umgang mit antisemitischen Vorfällen. Auch im digitalen Raum darf Hass nicht folgenlos bleiben.

Entscheidend ist aber auch, wie wir als Gesellschaft reagieren. Antisemitische Parolen dürfen nicht unwidersprochen bleiben. Das gilt ebenso für Ausgrenzung, Verschwörungserzählungen und die Verharmlosung von Hass als vermeintlich normale Meinungsäußerung.

Demokratie verteidigt sich nicht von allein. Sie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, auch wenn sie selbst nicht unmittelbar betroffen sind.

Der Sport kann dabei Teil der Antwort sein.

Im Sport erleben Menschen jeden Tag, was gesellschaftliches Miteinander bedeuten kann. Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Biografie begegnen sich, halten Regeln ein, tragen Konflikte aus und übernehmen Verantwortung füreinander.

Diese Räume müssen wir stärken.

MAKKABI Deutschland wird weiterhin für jüdisches Leben einstehen, antisemitische Vorfälle benennen, Betroffene unterstützen und gemeinsam mit Vereinen, Verbänden, Politik und Zivilgesellschaft Präventions- und Bildungsarbeit leisten.

Wir wollen nicht, dass sich jüdisches Leben zurückzieht. Wir wollen, dass es selbstverständlich ist.

Drei Jahre nach dem 7. Oktober geht es deshalb nicht nur um Erinnerung. Es geht auch um die Frage, was wir aus den vergangenen Jahren lernen und wie wir als Gesellschaft reagieren.

Erinnern heißt handeln. Und diese Verantwortung tragen wir gemeinsam.

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