Junior Games 2018

Unvergessliche Games mit über 400 Jugendlichen

Vom 30.05. – 03.06.2018 fanden die ersten MAKKABI Deutschland Junior Games in München statt.

Teilnehmer:innen dieser Veranstaltung waren jüdische und nicht-jüdische jugendliche Sportler:innen mit und ohne gesundheitlicher Beeinträchtigung der Makkabi-Ortsvereine im Alter zwischen 12 und 18 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet, aus den Niederlanden, Belgien und der Schweiz, so dass unser Ziel, den europäischen Gedanken zu leben und Deutschland als internationalen mondänen Gastgeber zu präsentieren, voll erreicht wurde. Erwartet wurde ein Teilnehmer:innenkreis von etwa 200, der mit insgesamt knapp 400 Teilnehmer:innen, darunter über 300 Sportler:innen, etwa 30 Volontäre sowie Head of Sports für die einzelnen Sportarten, Trainer:innen und Betreuer:innen für jedes Team, MAKKABI Deutschland-Präsidium und Orga-Team, Sicherheitsteam, Medienteam, Rabbiner und Überlebende des Münchener Attentats während der Olympischen Spiele 1972 weit übertroffen wurde.

Die Jugendlichen waren in zwei nahe zur Sportanlage von Maccabi München liegenden Hotels (B&B, Ibis Budget) untergebracht, die von dort aus zu Fuß erreicht werden konnten. Teile des Präsidiums, des Sicherheitsteams, die Überlebenden des Olympiaattentats `72 sowie die Rabbinerfamilie wohnten in weiteren Hotels.

Das milchige Frühstück wurde in den Hotels eingenommen.

Mittag- und Abendessen im israelischen (aber nicht koscheren) Stil wurden von einem Caterer geliefert und in Buffetform serviert. Koschere Mahlzeiten konnten im Vorfeld bestellt werden und standen ebenfalls zur Verfügung. Getränke standen jederzeit zur Verfügung. Zwischen den Hauptmahlzeiten wurden Snacks und Obst angeboten.

Wettkämpfe:

Anmelden konnten sich die Jugendlichen für acht Sportarten: Fußball, Basketball, Volleyball, Tischtennis, Fechten, Tennis, Schach und E-Sports. Alle Sportarten konnten durchgeführt werden. Unter den Sportler:innen waren Teilnehmer:innen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen, die problemlos in die Teams integriert wurden.

Austragungsorte waren die Sportanlage von Maccabi München (Fußball, Basketball, Volleyball, Fechten, Tennis, E-Sports). Tischtennis und Basketball fanden während der Vorrunde in der Städtischen Berufsschule München statt, die Finalspiele wurden ebenfalls auf der Sportanlage von Maccabi München durchgeführt. Schach fand im Hotel Prinzregent statt.

Gespielt wurde im Turniermodus. Die Sportler:innen wurden bei den Turnieren im Alter 12 -15 Jahre und 16-18 Jahre aufgeteilt, um die Leistungsstärke gerecht zu verteilen. Gespielt wurde an drei Wettkampftagen. Jede Sportart hatte einen Head of Sport (Turnierleiter:in), um die Wettkämpfe zu koordinieren und als direkter Ansprechpartner:in für die Teilnehmer:innen da zu sein. Die drei besten Spieler:innen bzw. Teams wurden am Ende mit Medaillen gekürt und jede Teilnehmer:in erhielt eine Urkunde als Erinnerung an die Junior Games.  

Rahmenprogramm:

Neben dem sportlichen Angebot gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Die Jugendlichen konnten sich an verschiedenen Stationen im Bogenschießen, Klettern, Bungee-Jumping, Schach, Tischtennis etc. ausprobieren, außerdem gab es eine Hüpfburg, eine große Rutschbahn sowie Rodeo-Reiten. Des Weiteren konnten Gesellschaftsspiele ausgeliehen werden.

Während des Shabbat, dem jüdischen Ruhetag, an dem u. a. das Arbeiten und Wettkämpfe untersagt sind, wurden diverse Workshops angeboten: Functional und Faszientraining, Yoga, Erste Hilfe, Tanzen, Jüdisch in der Öffentlichkeit, Austausch mit den beiden anwesenden Überlebenden des Holocaust sowie des Olympiaattentats und Kommunikationstraining. Alle Workshops wurden von Experten & Expertinnen geleitet und in wechselnden Gruppen über den Tag verteilt besucht.

Den Kabalat Shabbat (Beginn des Shabbat am Freitagabend) sowie das Morgengebet am Samstag leitete der Münchener Rabbiner Bergauz. An den Feierlichkeiten konnten alle teilnehmen, unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit.

Höhepunkt des Rahmenprogramms war die Zeremonie zum Gedenken der Opfer des Terroranschlags während der Olympischen Spiele 1972. Leider gab es an diesem Tag ein schweres Unwetter, so dass die Feierlichkeiten mit etwas zeitlicher Verzögerung in improvisierter Form durchgeführt werden mussten. Ehrengäste waren hier zwei Überlebende des Attentats, Prof. Shaul Ladany sowie Herr Gad Tsabari. Herr Prof. Ladany berichtete den Anwesenden im Rahmen der Grußworte detailliert über die damaligen Geschehnisse. Herr Tsabari erzählte seine persönliche Geschickte direkt vor dem Wohngebäude in der Conolly Straße, in dem das Attentat verübt wurde. Zum Abschluss gab es eine Kranzniederlegung am neuen Denkmal im Olympiapark.

Jüdischkeit:

Idee dieser interkulturellen Veranstaltung war es, das Judentum mit seinen Ritualen und Traditionen erkenn- und erlebbar zu machen. Makkabi ist für viele jüdische Sportler:innen, insbesondere im Jugendalter, einziger Berührungspunkt zu ihrer Religion. Darüber hinaus ist der Anteil nicht-jüdischer Sportler:innen in den Ortvereinen teilweise sehr hoch. Diese Mitglieder tragen mit großer Selbstverständlichkeit den Davidstern auf den Trikots und sind teilweise rüden antisemitischen Attacken ausgesetzt.

Durch das gemeinsame Begehen des Shabbat mit seinen Ritualen, Gebeten, Liedern und Tänzen konnten wir vermitteln, dass jede und jeder eingeladen ist, teilzuhaben und teilzunehmen – bei den Junior Games und in den Ortsvereinen.

Dieses fröhliche Miteinander wurde unterbrochen durch eine emotionale und natürlich auch bedrückende Gedenkzeremonie zu Olympia `72. Vielen Kindern war dieses Geschehnis gänzlich, nahezu allen Kindern zumindest in diesen Einzelheiten und vor allem von Zeitzeugen berichtet, unbekannt. Wir waren sehr bewegt und beeindruckt von dem Interesse und der Anteilnahme der Kinder, was während des in der Folge von Herrn Prof. Ladany durchgeführten Workshops nochmals aufgegriffen und bestätigt wurde.

Unter den Teilnehmer:innen gab es auch Muslime & Musliminnen, die zur Zeit der Junior Games den Ramadan hielten und trotzdem an allen sportlichen und sonstigen Angeboten teilnahmen. Auch hierin zeigt sich der Charakter der Veranstaltung, die unter dem Motto Fairness, Gemeinschaftlichkeit, Toleranz und Freundschaft stand.

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