Makkabäer-Ehrenpreis 2026 für Freundeskreis Hersh Goldberg-Polin

MAKKABI Deutschland News

Im Rahmen des Bundesliga-Spiels zwischen dem SV Werder Bremen und Eintracht Frankfurt am gestrigen Freitag, 16. Januar 2026, verlieh MAKKABI Deutschland den Makkabäer-Ehrenpreis an den Freundeskreis Hersh Goldberg-Polin. Die Auszeichnung würdigte Haltung, Zivilcourage und ein klares Werteverständnis gegen Antisemitismus sowie das Engagement einer organisierten Fanszene, die sich für Menschlichkeit und Menschenrechte positionierte.

MAKKABI-Deutschland-Präsident Alon Meyer und Werder-Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald überreichten den Ehrenpreis gemeinsam im Weserstadion. Die Auszeichnung unterstrich auch vor dem Hintergrund eines spürbaren Anstiegs antisemitischer Vorfälle in Deutschland seit dem 7. Oktober 2023 die Bedeutung klarer Haltung im Sport.

Erinnerung an Hersh Goldberg-Polin: Eine besondere Freundschaft über Vereinsgrenzen hinweg

Der Freundeskreis, der die Auszeichnung erhielt, erinnerte an Hersh Goldberg-Polin, einen israelisch-amerikanischen Fußballfan und engen Freund der Bremer Fanszene. Hersh war am 7. Oktober 2023 beim Terrorangriff der Hamas auf Israel entführt worden und nach monatelanger Geiselhaft im Gazastreifen ermordet worden. Sein Schicksal wurde weltweit bekannt und stand exemplarisch für die unbegreifliche Gewalt dieses Krieges – aber auch für die Frage, wie Solidarität, Hoffnung und Zivilcourage praktisch gelebt werden können.

Der Freundeskreis von Hersh Goldberg-Polin kannte ihn durch jahrelange gegenseitige Besuche, die auf einer engen Freundschaft zweier Fangruppen des SV Werder Bremen und Hapoel Jerusalem beruhten. Aus dieser Freundschaft heraus entwickelte sich ein breites, sichtbares Engagement: Der Freundeskreis machte Hershs Geschichte zum Ausgangspunkt für solidarisches Handeln und schuf für viele Fußballfans einen persönlichen Zugang zu den Opfern antisemitischer Gewalt. Damit stand der Freundeskreis beispielhaft für eine Fanszene, die zeigte, dass Leidenschaft für den Fußball und Respekt vor der Würde jedes Menschen zusammengehören.

Gemeinsames Zeichen für Menschlichkeit

MAKKABI-Präsident Alon Meyer begründete die Preisverleihung mit warmen Worten: „Der Makkabäer-Ehrenpreis zeichnet Menschen aus, die Haltung zeigen, gerade dann, wenn es unbequem wird. Der Freundeskreis Hersh steht für Solidarität, Menschlichkeit und Verantwortung, die aus der Mitte der Fanszene heraus gelebt werden. Besonders nach dem 7. Oktober war entscheidend zu sehen, wer für unsere Werte eintritt und danach handelt. Demokratie stirbt nicht durch die laute Minderheit, sondern durch das Schweigen der Mehrheit.“

Werder-Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald betonte die besondere Verantwortung des Sports in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten: „Antisemitische Vorfälle nehmen in Deutschland deutlich zu und prägen für viele Jüdinnen und Juden den Alltag mit wachsender Unsicherheit. Umso wichtiger ist es uns, klar zu benennen: Jüdisches Leben ist Teil unserer Gesellschaft – und gehört selbstverständlich auch zum Sport. Das Engagement des Freundeskreises Hersh, getragen aus der Mitte der Fanszene, hat das klare Eintreten des SV Werder Bremen für Respekt, Sicherheit und ein konsequentes Eintreten gegen Antisemitismus weiter verstärkt und dazu beigetragen, dass wir dieses gemeinsam noch sichtbarer und entschlossener leben.“

Begleitprogramm: Prävention, Bildung und Sensibilisierung

Begleitend zur Preisverleihung fanden im Rahmen des Spieltags Gespräche zur Antisemitismusprävention und zur gesellschaftlichen Verantwortung des Sports statt. Zudem fand ein Hintergrundgespräch zum Thema Antisemitismus und zivilgesellschaftliches Engagement mit dem Freundeskreis Hersh Goldberg-Polin statt. Darüber hinaus führte das Bildungsteam Zusammen1 von MAKKABI Deutschland einen Sensibilisierungsworkshop mit der U23 des SV Werder Bremen durch.

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