Sport und Nachhaltigkeit

MAKKABI Deutschland: Im Sport zu mehr Nachhaltigkeit! Von Patricia-Ann Frahm

Werden die Deutschen nach ihren Assoziationen zum Frühling gefragt, so antworten laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes mehr als 80 Prozent der Befragten, dass sie Lust auf Bewegung und Sport im Freien verspüren. Sobald sich die Sonne das erste Mal zeigt, werden viele nach der kalten, nassen Winterzeit aktiv und genießen das schöne Wetter beim Joggen im Park oder mit den Kids auf dem Bolzplatz. Outdoor­Sportarten haben immer mehr Zulauf. Neben Wandern und Golf ist vor allem Radfahren eine der beliebtesten Sportarten im Freien. Auch in Seen und Flüssen absolvieren neben planschenden Badegästen zunehmend Triathleten ihre Ausdauereinheiten. Mehr als 15 Millionen Menschen in Deutschland treiben regelmäßig Sport außerhalb von Fitnessstudios und Turnhallen. Bewegung an der frischen Luft fördert nicht nur das Wohlbefinden, es stärkt auch das Herz­Kreislauf­System, steigert die Muskelaktivität und beeinflusst zudem unsere Stimmungslage sowie unseren Hormonhaushalt. Die erhöhte Zufuhr an Sonnenstrahlen und der darin enthaltene Anteil an UVB­Strahlen begünstigt den Vitamin­D­Aufbau und verhindert somit, dass wir uns schlapp und müde fühlen. Sport in der Natur hat also durchaus viele positive Wirkungen auf uns Menschen und unsere Gesundheit.
Wird das Ganze jedoch andersherum betrachtet, scheinen wir kaum einen positiven Einfluss auf die Natur zu nehmen. Neben der wachsenden Urbanisierung und dem verstärkten Vordringen in die noch unberührte Landschaft, nehmen wir keine besondere Rücksicht auf den Rasen, auf dem wir Fußball spielen oder den Fluss, auf dem wir paddeln. Wanderwege, Pisten und Lauftrails führen nicht selten durch sensible Naturgebiete mit vielfältiger Fauna. Das Bundesumweltministerium hat zu diesem wichtigen Thema ein Positionspapier mit dem Titel „Sport 2020 – Impulsgeber für eine nachhaltige Gesellschaft“ erstellt, welches Leitlinien für nachhaltiges Sporttreiben und zukünftige Handlungsfelder vorgibt und eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, örtlichen Vereinen und Umweltorganisationen empfiehlt. Verbänden wird geraten, in klimaschonende
Anlagen zu investieren und Sportveranstaltungen klimaneutral auszurichten. Zudem sollten Naturschützer im Sport stärker zu Wort kommen und für mehr Verständnis für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur geworben werden.
Sportvereine, Sportlerinnen und Sportler können auch mit kleinen Beiträgen zum nachhaltigen Sporterlebnis in der Natur beitragen. Die Vermittlung eines gesunden Umweltbewusstseins im Sport ist dem jüdischen Sportverband MAKKABI Deutschland als Mitglied im DOSB ein besonderes Anliegen. Mit dem Traditionssport Fußball gestartet, treiben mittlerweile mehr als 4.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in mehr als 30 Abteilungen Sport im MAKKABI­Trikot. Die wachsende Anzahl der Mitglieder und Sportarten bringt auch eine Vielzahl von Sportveranstaltungen und Turnieren mit sich, bei denen es noch zu viele Umweltsünden gibt. MAKKABI Deutschland versucht, durch den Umstieg von Plastikflaschen auf nachhaltige Trinkflaschen, beispielsweise aus Edelstahl, einen Beitrag zur Eindämmung der Plastikflut zu leisten. Zudem wird größtenteils auf Einweg­Plastikgeschirr bei Sportveranstaltungen jeglicher Art verzichtet. Papier wird durch den verstärkten Einsatz von digitalen Anschreiben und Informationsschreiben eingespart. MAKKABI Deutschland will sich engagiert auf den Weg in eine umweltbewusstere Sportzukunft begeben. Denn viel mehr ist möglich!
L Weitere Informationen über: Patricia-Ann Frahm, Sportreferentin, MAKKABI Deutschland e. V., Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt am Main, T +49 69 78059276, www.makkabi.de, patricia.frahm@makkabi.de sowie Download Positionspapier „Sport 2020“ des BMU unter: https://www.bmu.de/fileadmin/ Daten_BMU/Download_PDF/Tourismus_Sport/ sport_2020_positionspapier_bf.pdf
SP RT UND NACHHALTIGKEIT
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IOC-Informationskampagne für Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Sport
(dosb umwelt) Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat zahlreiche Anleitungen herausgegeben, die Sportorganisationen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt und Naturschutz unterstützen sollen.
1 In Zusammenarbeit mit der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) entwickelte das IOC einen Leitfaden „Naturfreundliche Sportstätten“ für die sorgfältige Planung, Standortwahl und Gestaltung neuer Sportstätten, um negative Auswirkungen auf die Natur zu vermeiden und zu ihrem Erhalt beizutragen. https://www.olympic.org/news/ioc-supported-guide-outlines-how-sustainable-venues-can-help-conserve-nature;
2 „Sustainable Sourcing in Sport“ nennt sich ein Leitfaden zum Thema nachhaltige Beschaffung. https://www.olympic.org/news/from-food-and-uniforms-to-sponsorship-deals-ioc-guides-to-helpthe-olympic-games-and-the-sports-sector-adoptsustainable-sourcing-practices;
3 Mit dem Thema Nachhaltigkeit und Olympische Spiele beziehungsweise mit den Sorgen von Bürgern in Städten mit Olympiabewerbung befasst sich ein Nachhaltigkeitsreport. https://sportsustainabilityjournal.com/people/ we-now-ask-cities-what-the-olympic-games-cando-for-them-not-what-they-can-do-for-the-olympic-games;
4 Seit Dezember 2018 unterstützt das IOC die UN Sports for Climate Action Initiative und hat dazu einen neuen Leitfaden zum Thema Klimaschutz im Rahmen seiner „Sustainability Essentials“­Series herausgeben. https://www.olympic.org/news/ioc­takes­leadership-role-in-the-un-sports-for-climate-action-initiative
Weniger Mikroplastik durch Sport – DOSB- Arbeitsgruppe hat Arbeit aufgenommen Deutscher Olympischer Sportbund
(dosb umwelt) Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Fußball­Bund (DFB) übernehmen gesellschaftliche Verantwortung für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen. Sie setzen sich deshalb gemeinsam dafür ein, dass Sportanlagen möglichst umweltfreundlich betrieben werden. Beide Sportorganisationen sind sich bewusst, dass der Sport einen Beitrag leisten kann, um die Umweltverschmutzung durch (Mikro­)Plastik zu reduzieren. Aktuell beschäftigen
sich DOSB und DFB daher intensiv mit der Thematik möglicher Auswirkungen von Kunststoffrasenplätzen auf die Umwelt. Der DOSB hat dazu eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus Sportverbänden und der Wissenschaft gegründet, die sich am 6. Mai 2019 konstituierte.
Die AG kam überein, dass schnellstmöglich eine Bestandsaufnahme und nachfolgende Kommunikation über einfach umsetzbare Maßnahmen für Sportvereine und Kommunen notwendig ist, durch die bei fortlaufendem Sportbetrieb der Austrag von Kunststoff in die Umwelt deutlich reduziert werden kann. Neben der Notwendigkeit solcher Handlungsempfehlungen stellte die AG fest, dass es dringend weiterer wissenschaftlicher Expertise zur Praxistauglichkeit alternativer organischer Füllstoffe und zur sportartübergreifenden Eignung von Kunststoffrasenflächen bedarf, die auch ohne Füllstoffe auskommen.
Die Arbeitsgruppe diskutierte zudem einen von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) im März 2019 bei der Europäischen Kommission vorgelegten Vorschlag, nach dem die Verwendung von Produkten, denen bewusst Mikroplastik zugesetzt wird, deutlich eingeschränkt werden soll. Insbesondere schlägt die ECHA vor, das Inverkehrbringen von Kunststoffgranulaten zur Verwendung in Kunststoffrasensystemen künftig zu verbieten. Vor einem Inkrafttreten dieses Verbots fordert der gemeinwohlorientierte Sport eine Übergangsfrist von mindestens sechs Jahren, wie sie die ECHA auch für andere betroffene Produkte vorgesehen hat. Die Übergangsfrist ist notwendig, um die hohen Investitionen für die Sanierungen der mehr als 6.000 kommunalen und sportvereinseigenen Kunststoffrasenspielfelder unterschiedlichsten Alters in Deutschland leisten und gleichzeitig den Sportbetrieb auf den betroffenen Sportanlagen aufrechterhalten zu können. Eine genaue Quantifizierung der in Deutschland von einem möglichen Verbot betroffenen Sportanlagen ist derzeit nicht möglich, da eine belastbare Datengrundlage fehlt. Eine erneute bundesweite Sportstättenstatistik der Länder, wie sie zum bisher letzten Mal 2002 erhoben wurde, ist nach Ansicht der AG daher zwingend erforderlich.
Die Sportvereine sind auf ihre Sportstätten angewiesen, um ihren vielfältigen gesellschaftspolitischen und sozialen Aufgaben auch weiterhin nachkommen zu können. DOSB und DFB beteiligen sich daher im Interesse ihrer Mitglieder und des Umweltschutzes aktiv am laufenden öffentlichen EU­Konsultationsverfahren.

Mehr unter: https://www.dosb.de/sonderseiten/news/news-detail/news/ weniger-mikroplastik-durch-sport/?no_cache=1&

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