Preisverleihung des Ehren-Makkabäers an den 1. FSV Mainz 05

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Preisverleihung des Ehren-Makkabäers an den 1. FSV Mainz 05
MAKKABI Deutschland und der 1. FSV Mainz 05 setzten gemeinsames Zeichen gegen Antisemitismus

Im Rahmen des Bundesliga-Spiels des 1. FSV Mainz 05 gegen den VfL Wolfsburg setzte MAKKABI Deutschland am vergangenen Samstag um 15:30 Uhr gemeinsam mit Mainz 05 ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit. Die Kooperation stand für eine klare Haltung: Sport ist nicht nur Wettbewerb, sondern auch ein gesellschaftlicher Raum mit Verantwortung.

Der 1. FSV Mainz 05 engagierte sich seit vielen Jahren kontinuierlich und nachhaltig im Bereich der Antisemitismusprävention und der Erinnerungskultur. Dieses Engagement war fest im Verein verankert und reichte von Bildungsangeboten über soziale Projekte bis hin zur aktiven Einbindung von Fans, Mitarbeitenden sowie Nachwuchsspielerinnen und -spielern. Mit Formaten wie dem „05ER Klassenzimmer“ wurden regelmäßig Workshops zu Rassismus, Diskriminierung und jüdischer Geschichte durchgeführt. An dieser Stelle kooperierten die Bildungsabteilung Zusammen1 von Makkabi Deutschland und Mainz 05 bereits seit vielen Jahren. Dabei wurden sowohl die reiche jüdische Geschichte der Stadt Mainz als auch aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus thematisiert.

Besonderes Gewicht legte der Verein auf eine lebendige Erinnerungskultur. In gemeinsamen Projekten mit Partnerschulen, bei Erinnerungsspieltagen sowie durch sichtbare Zeichen im Vereinsumfeld wurde jüdisches Leben nicht nur historisch aufgearbeitet, sondern bewusst in die Gegenwart geholt. Auch soziale Initiativen, etwa Spendenaktionen für bedürftige Menschen, gehörten zum Selbstverständnis des Vereins. Mitarbeitende sowie Spielerinnen und Spieler wurden durch Workshops, Führungen und weitere Bildungsangebote sensibilisiert. Die Fanszene von Mainz 05 trug diese Haltung aktiv mit, unter anderem durch eine intensive Auseinandersetzung mit der Vereinsgeschichte und Persönlichkeiten wie Eugen Salomon, dem ehemaligen jüdischen Vorsitzenden des Vereins, der 1942 in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde.

MAKKABI Deutschland sah im 1. FSV Mainz 05 einen starken und glaubwürdigen Partner, der zeigte, dass Fußball Haltung zeigen kann und muss. Gerade vor dem Hintergrund eines deutlich spürbaren Anstiegs antisemitischer Vorfälle in Deutschland seit dem 7. Oktober 2023 war dieses Engagement von besonderer Bedeutung. Antisemitismus richtete sich nicht nur gegen Jüdinnen und Juden, sondern griff die Grundlagen einer offenen, demokratischen Gesellschaft an. Der organisierte Sport konnte und sollte hier eine klare Rolle übernehmen.

MAKKABI-Deutschland-Präsident Alon Meyer betonte:

„Gerade als es nach dem 7. Oktober 2023 einsam um die jüdische Community wurde, Hass auf unseren Straßen offen propagiert und jüdisches Leben angegriffen wurde, hat der 1. FSV Mainz 05 klare Kante gezeigt. Der Verein hat nicht nur Sonntagsreden gehalten, sondern Haltung konsequent gelebt und durchgezogen – in der Bildungsarbeit, in der Erinnerungskultur und im klaren Auftreten gegen Antisemitismus – auch dann, wenn es ungemütlich wurde. Genau dieses unbeirrbare Handeln braucht es im Sport, in der Politik und in unserer Gesellschaft, wenn wir Extremismus entgegentreten und unsere Demokratie schützen wollen.“

Stefan Hofmann, Vereins- und Vorstandsvorsitzender des 1. FSV Mainz 05, sagte:

„Die Auszeichnung mit dem Makkabäer-Ehrenpreis ist eine große Anerkennung für die in unserem Verein geleistete Arbeit und unsere Haltung. Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit haben in unserer offenen Gesellschaft keinen Platz – weder im Stadion noch darüber hinaus. Als 1. FSV Mainz 05 verstehen wir Erinnerung, Bildung und klare Haltung gerade auch in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als festen Bestandteil unserer Vereinsidentität und werden dieses Engagement auch künftig konsequent fortsetzen.“

Erst eine Woche zuvor war im Rahmen eines Bundesliga-Spiels beim SV Werder Bremen der Makkabäer-Ehrenpreis an den Freundeskreis Hersh Goldberg-Polin verliehen worden. Diese Auszeichnung hatte erneut unterstrichen, wie wichtig Zivilcourage und Solidarität aus der Mitte der Fanszenen sind. Die gemeinsame Aktion von MAKKABI Deutschland und dem 1. FSV Mainz 05 knüpfte an dieses Zeichen an und machte deutlich: Haltung im Sport muss die Regel und nicht die Ausnahme sein.

MAKKABI Deutschland verstand sich als jüdischer Sportverband mit besonderen Aufgaben an der Schnittstelle von Sport, Politik und jüdischer Gemeinschaft. Gemeinsam mit Partnern wie dem 1. FSV Mainz 05 arbeitete der Verband daran, jüdisches Leben sichtbar zu machen, Verantwortung zu übernehmen und den Sport als Raum für Respekt, Erinnerung und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

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