Doppelfachtag Antidiskriminierung

Doppelfachtag Antidiskriminierung

Von links nach rechts: Claudia Krobitzsch, Matthias Auth, Robert Claus, Alon Meyer und André Voigt. 

Der Sport hat schon lange nicht mehr nur die Funktion einer sportlichen Ausbildungsplattform, sondern spricht mittlerweile auch gesellschaftspolitische Dinge auf und um den Sportplatz an. Während Verbände und Vereine versuchen ihr Profil zu schärfen, werden auf den Sportplätzen sportpolitische Konflikte ausgetragen. Nicht zuletzt im Fußball kommt es immer häufiger zu antisemitischen, diskriminierenden und rassistischen Äußerungen gegenüber gegnerischen Fans, Spieler*innen und Funktionär*innen.

Umso wichtiger war der Doppelfachtag „Antidiskriminierung und Vielfalt“, der am 11. und 12. Februar 2020 unter den Schwerpunktthemen “Rassismus” und “Umgang mit sexualisierte Gewalt” in den Räumlichkeiten des Deutschen Fußballbundes (DFB) in Frankfurt am Main stattgefunden hat.

Stefanie Schulte, Abteilungsleiterin Gesellschaftliche Verantwortung und Fanbelange beim DFB, begrüßte die rund 130 Teilnehmer*innen aus den deutschlandweiten Bundesligaclubs, weiteren Sportverbänden und die Mitveranstalter der Deutschen Fußballliga (DFL) zum ersten Veranstaltungstag zum Thema “Rassismus”. Die Ziele des Fachtages formulierte Moderator Robert Claus als “Wissen vermitteln, Netzwerke ausbauen und Handlungsansätze (weiter)entwickeln”. Dabei standen nicht nur Club interne Maßnahmen, sondern auch deren Kommunikation und Positionierung nach außen auf der Agenda des Fachtages. Fachliche Expertise und individuelle Fallberatung wurde ebenfalls angeboten.

Abschließend wurden gesellschaftliche Themen rund um Fußballdeutschland diskutiert. Unter Anderem betonte
Matthias Auth, Präsident von Energie Cottbus, vor allem die Langfristigkeit der neu geschaffenen Stelle für Vielfalt und Toleranz in seinem Verein. Die Aufarbeitung des Themas könne vor Allem auch durch Jugendarbeit und über soziale Netzwerke gestaltet werden.

Alon Meyer, Präsident von MAKKABI Deutschland e.V. berichtete von dem ansteigenden Antisemitismus auf deutschen Sportplätzen, lobte jedoch die zunehmenden Aktivitäten vieler Vereine, die zum Beispiel durch Gedenkstättenfahrten und Erinnerungsarbeit auf das Thema im Sport aufmerksam machen.

Claudia Krobitzsch, DFB Diversity Managerin, rief dazu auf Vorfälle jeglicher rassistischer und diskriminierender Art den jeweiligen Verbänden zu melden und so gemeinsam gegen Hass und Hetze im Sport vorzugehen.

Das Thema “Umgang mit sexualisierter Gewalt” war Schwerpunkt des zweiten Veranstaltungstages. Viele Verbände und Vereine hätten sich mittlerweile dem wichtigen Thema Sexualisierte Gewalt im Sport angenommen und erste Maßnahmen erarbeitet, betonte Sabrina Lehmann, Referentin für Fanangelegenheiten bei der DFL.

Die Formen sexualisierter Gewalt stünden stets mit Macht und deren Missbrauch zusammen, so Prof. Dr. Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut. Täter würden im sozialen Nahraum häufig Strategien entwickeln, um ihre Opfer unter Druck zu setzen. Hierzu zähle psychische, physische, ökonomische Gewalt, sexueller Missbrauch oder Vernachlässigung in Lebensbereichen wie Familie, Medien und auch Sportorganisationen. Die Folgen enden nicht selten in Depressionen oder sogar dem Tod. Deshalb sei es umso wichtiger, dass Landesverbände stets eine zuverlässige Verfügbarkeit schaffen sollten, um so den Kreislauf von Gewalt zu durchbrechen. Auch für MAKKABI Deutschland ist dieses Thema ein wichtiger Teil der gesellschaftlichen Verantwortung als Sportverband in Deutschland. (Mehr unter  www.makkabi.de/gesellschaftliche-verantwortung)

Weitere Workshops boten den Teilnehmer*innen die Möglichkeit Perspektiven und Vorgehensweisen anderer Vereine kennenzulernen.

Danke an den DFB und die DFL für diese zwei Tage intensiven Austauschs. 

Bildnachweis (c) Thomas Böcker / DFB. 

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