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Stellungnahme zum UEFA Europa Conference League Spiel am 30.09.2021

MAKKABI Deutschland Stellungnahme

Stellungnahme zum UEFA Europa Conference League Spiel am 30.09.2021 zwischen dem 1. FC Union Berlin und Maccabi Haifa

 

Das UEFA Europa Conference League Spiel am 30. September 2021 zwischen dem 1. FC Union Berlin und Maccabi Haifa war das erste Spiel eines israelischen Fußballvereines im Berliner Olympiastadion, das im Jahr 1936 von den Nationalsozialisten erbaut wurde.

Das Spiel wurde von einer Vielzahl antisemitischer Vorfälle überschattet, die sich gegen die israelischen Gästefans und eine Gruppe des Berliner Jungen Forums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) richteten. Hierbei kam es zu antisemitischen Schmähungen und Anspielungen auf die planmäßige Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden während des Holocausts. Zudem wurde der Versuch seitens einiger Fans des 1. FC Union Berlin unternommen, eine israelische Fahne anzuzünden.

Nach dem Bekanntwerden der Vorfälle reagierte der 1. FC Union Berlin zeitnah und versprach eine sofortige und konsequente Aufklärung der Ereignisse. Im Nachgang des Fußballspiels wurden weitere judenfeindliche Vorfälle im Zusammenhang mit dem Fußballspiel bei der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) gemeldet.

Obgleich es zu der genannten hohen Zahl antisemitischer Beleidigungen kam, muss die Reaktion einiger Union-Fans positiv hervorgehoben werden. Neben den antisemitischen Angreifern gab es auch unter den Union-Fans solche, die Zivilcourage zeigten und sich vor Ort und in den Sozialen Medien klar und deutlich gegen die antisemitischen Angriffe äußerten. Union-Präsident Dirk Zingler verurteilte die Vorgänge scharf und kündigte Konsequenzen an, wie bspw. ein Vereinsausschlussverfahren gegen einen der identifizierten Täter.

Am Freitag, den 29.10.2021, hat die UEFA die Sanktionierung gegen den 1. FC Union Berlin öffentlichkeitswirksam bekanntgemacht: Bei dem nächsten Heimspiel gegen Feyernoord Rotterdam soll ein Teil der Zuschauer vom Spiel ausgeschlossen werden. Ferner wird der Verein verpflichtet, ein UEFA Banner mit der Aufschrift „NoToRacism“ aufzuhängen. 

Die Wahl dieser Strafe ist zwar gut gemeint, verfehlt jedoch das Ziel: Mit der Schließung der Bühne und den Ausschluss einer Vielzahl von Fans werden große Teile der Union-Anhänger für die antisemitischen Ausfälle einzelner Täter vorverurteilt und in Kollektivhaft genommen. Zudem wird das Einschreiten jener Fans, die sich deutlich gegen die antisemitischen Angriffe positioniert haben, unsichtbar gemacht. Deshalb ist diese Form der Sanktionierung nicht verhältnismäßig. Antisemitismus gehört immer sanktioniert und die Täter bestraft. Dazu braucht es jedoch keine Pauschalisierung der gesamten Fanszene.

Ebenso wird die Maßgabe der UEFA, ein Banner mit der Aufschrift „Notoracism“ zu hissen, dem Problem Antisemitismus nicht gerecht. Immer, wenn es zu Antisemitismus kommt, muss dieser konsequent beim Namen genannt, erfasst und bekämpft werden. Die Subsumierung von Antisemitismus unter Rassismus oder „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ ist gefährlich und fällt hinter dem Forschungsstand der Antisemitismusforschung zurück. Antisemitismus ist mehr als ein Ressentiment. Die Komplexität und Spezifik seiner Erscheinungsformen und Funktionsmechanismen muss erkannt werden. Dies zeigen nicht zuletzt die verschiedenen Artikulationen und Praktiken (israelbezogener Antisemitismus, offener Antisemitismus, Holocaustrelativierung) während des Spiels am 30. September 2021.

Anstelle von Kollektivstrafen fordern wir:
• Präventive und nachhaltige Maßnahmen gegen Antisemitismus im Fußball und darüber hinaus
• Langfristige Planungssicherheit für Bildungsarbeit und Fanprojekte gegen Antisemitismus
• Die Implementierung und praktische Anwendung der Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) in den Vereinen
• Fortbildungen für Trainer, Spieler, Betreuer und die beauftragen Sicherheitsfirmen des Vereins

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