Nach der Annahme der IHRA-Arbeitsdefinition. Wie weiter im Kampf gegen Antisemitismus im Fußball?

MAKKABI Deutschland News

MAKKABI Deutschland veranstaltete in Kooperation mit dem American Jewish Committee Berlin (AJC), der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und dem Zweitligisten Fortuna Düsseldorf am 18. März ein Online-Podiumsgespräch zum Thema “Nach der Annahme der IHRA-Arbeitsdefinition. Wie weiter im Kampf gegen Antisemitismus im Fußball?”. Darüber diskutierten lebhaft an dem Abend Luis Engelhardt (MAKKABI Projektleiter des „Demokratie leben! Projekts – Kein Platz für Antisemitismus auf deutschen Sportplätzen“), Mona Flaskamp (Assistant Director for Political Affairs des AJC Berlin), Ruben Gerczikow (Vizepräsident der European Union of Jewish Students) und Tom Koster (CSR-Manager Fortuna Düsseldorf). Der Publizist und Fußball/Schiedsrichter-Experte Alex Feuerherdt führte als Moderator souverän durch die Abendveranstaltung und hob bereits zu Beginn hervor, dass Antisemitismus auch weiterhin ein äußerst präsentes, zugleich unüberschaubares und lebensbedrohliches Problem darstellt, dessen stetige Bekämpfung unser aller Anliegen sein muss.

Die Entstehungsgeschichte der durch die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken verabschiedeten Arbeitsdefinition von Antisemitismus Stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Mona Flaskamp. Sie unterstrich dabei, den Wert dieser Definition, die eine wertvolle Orientierung darstellt, um Antisemitismus zu erkennen, ihn zu definieren und ihn letztendlich zu bekämpfen. Im Oktober 2020 übernahmen mit Borussia Dortmund und Tennis Borussia Berlin die ersten beiden deutschen Fußballklubs die IHRA-Arbeitsdefinition. Seitdem folgten weitere Erst- und Zweitligisten diesem Beispiel. Luis Engelhardt erläuterte anhand vieler Beispiele aus dem Alltag des MAKKABI Projekts, wie versucht wird eine Sensibilisierung für antisemitische Diskriminierung im Bereich des Amateur- und Profifußball und u.a. auch bei Schiedsrichter:innen anzustoßen. Engelhardt ging dabei ebenfalls detailliert auf die drei Projektsäulen ein, die das Projekt ausmachen: Verstehen, vermitteln, verändern und dabei akzentuiert er den ganzheitlichen Ansatz des MAKKABI Projekts, um Antisemitismus auf und neben dem Sportplatz mit Verve zu begegnen.

Tom Koster betonte anhand einer Fülle von Beispielen aus seiner Arbeit als CSR-Manager bei der Fortuna Düsseldorf, die regelrechte Vorreiterrolle der Fortuna bei Projekten gegen Diskriminierung im Allgemeinen und gegen Antisemitismus im Besonderen. Jeder, so Koster, genieße Schutzt bei der Fortuna, der oder die in Gefahr geraten sollte, ausgegrenzt zu werden

Ruben Gerczikow berichtete aus der Perspektive der aktiven Fanszene und stellte heraus, dass  offener Antisemitismus in der organisierten Fanszene gegenwärtig glücklicherweise weniger präsent ist, dank der couragierten Tätigkeiten etlicher Fanprojekte, machte aber zugleich an mehreren Akteur:innen klar, dass es auch weiter problematische bis hin zu rechtsextreme Fangruppierungen in Deutschland existieren.

Etwa 65 Teilnehmer:innen beteiligten sich intensiv an dem Podiumsgespräch anhand der Chatfunktion und gaben etliche Anregungen, wie die IHRA Arbeitsdefinition mit Leben gefüllt werden kann.  Die IHRA, so ein Diskutant, sei eine Leitplanke, an der man sich orientieren kann und die Annahme der IHRA-Arbeitsdefinition darf nicht zugleich das Ende, sondern muss der Anfang im Kampf gegen Antisemitismus sein.

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