Erinnerung an Europas größtes jüdisches Sportfest

Eine Dokumentation über die Makkabiade in Berlin ist erschienen

Es war nicht nur das größte jüdische Sportfest, das Europa je gesehen hat, sondern, mehr noch, die größte und bedeutendste entsprechend konnotierte Veranstaltung auf dem Boden des Kontinents.

Soweit schon bemerkens- und erinnernswert genug, bietet der Ort des Geschehens den besonderen Anlass, das Event nicht einfach als „Geschichte“ zu verbuchen. Schließlich war es Berlin, „die Stadt, in der einst der Völkermord an den Juden geplant und von der aus die Shoah grausam in die Tat umgesetzt wurde“, wo sich im Sommer 2015 mehr als 2.000 jüdische Sportlerinnen und Sportler aus 38 Ländern zu friedlichen, gleichwohl ambitionierten Wettkämpfen einfanden, um Medaillen zu gewinnen, aber auch um selbstbewusst und offenherzig ein Statement abzugeben für eine Kultur vielfältigen und respektvollen Miteinanders, das gerade der Sport wie kaum ein anderes „Medium“ zu befördern und zu beflügeln vermag.

Eben diesen Zusammenhang akzentuierte Alon Meyer, der Präsident von Makkabi Deutschland, dem nationalen Dachverband des jüdischen Sports, in seinen einführenden Worten zu einer
Präsentation einer druckfrisch vorgelegten Dokumentation im Deutschen Sport & Olympia Museum. Indem er das höchst herausfordernde Event, dessen Verlauf und Wirkung Revue passieren ließ, machte er Lust auf die in Rede stehende Publikation mit Grußworten, Statements und einem historischen Rückblick sowie einer ganzen Menge hochwertiger Fotos, die den Verlauf, den Kontext und die Bedeutung des historischen Ereignisses auf höchst angemessene und anregende Weise einfangen.

Prof. Dr. Manfred Lämmer, der – mindestens hierzulande – wohl beste Kenner des jüdischen Sports und seiner Geschichte, überbrachte die Grüße des DOSB-Präsidenten, der dies gerne persönlich getan hätte, wenn er nicht zeitgleich in Koblenz bei einer Mitgliederversammlung verpflichtet gewesen wäre. Immerhin ist Alfons Hörmann, ebenso wie etwa Marcel Reif oder der
damalige Präsident des Landessportbundes Berlin, Klaus Böger, mit einem Statement im Buch vertreten. Dabei greift er ein Wort Dieter Graumanns, des Vizepräsidenten des Jüdischen
Weltkongresses und ehemaligen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland auf: „Wer einmal miteinander Sport getrieben hat, wird sich nie mehr feindlich gegenüber stehen.“

Im Sinne dieses Gedankens sei die im Hentrich & Hentrich-Verlag erschienene Publikation gerade in der Vorweihnachtszeit ganz herzlich empfohlen.
Dr. Andreas Höfer

Fotos: Samuel Ahren, Köln