Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ in Frankfurt am Main

Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ in Frankfurt am Main

Das Jüdische Museum Frankfurt präsentiert vom 15. Juni bis zum 7. Juli 2017 die Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“. Die Ausstellungseröffnung erfolgt in Anwesenheit der Teilnehmer des „Ride for Solidarity“ auf dem Weg zu den Maccabi Games 2017 in Jerusalem.

In einer großformatigen skulpturalen Präsentation würdigt die Ausstellung des Zentrums deutsche Sportgeschichte e. V. das große Verdienst jüdischer Sportlerinnen und Sportler für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland und dokumentiert anhand ausgewählter Porträts deren Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 17 herausragende deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten, die als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten. Mit überlebensgroßen Silhouetten wird an ihr Leben und ihre Erfolge erinnert.

Nur weil sie Juden waren, wurden diese Frauen und Männer während der NS-Zeit aus ihren Sportvereinen ausgeschlossen, Titel wurden aberkannt. Dem deutschen Fußballpionier Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes, blieb wie vielen anderen nur die Flucht. Nicht wenige Sportler, wie der Fußballnationalspieler Julius Hirsch oder die zehnfache Deutsche Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, wurden deportiert und ermordet. Ralph Klein entkam nur knapp der Deportation nach Auschwitz. Nach dem Krieg war er israelischer, später deutscher Basketball-Nationaltrainer.

Vorgestellt werden ebenfalls die Biografien der Fechtolympiasiegerin Helene Mayer, des Schachweltmeisters Emanuel Lasker, des Meisterboxers Erich Seelig, der Deutschen Tennismeisterin Nelly Neppach, der Deutschen Speerwurfmeisterin Martha Jacob, der Leichtathletin Gretel Bergmann, der Turnolympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow, der Europameister im Gewichtheben beziehungsweise im Ringen Julius und Hermann Baruch, des Eishockeyspielers Rudi Ball und des deutschen Fußballnationalspielers Gottfried Fuchs.

Die Ausstellung bietet mit der Schwimmerin Sarah Poewe aber auch einen Ausblick und stellt eine wichtige Verbindung zur Gegenwart her. Als erste jüdische Athletin nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gewann sie 2004 in Athen eine olympische Medaille für Deutschland.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, den 15. Juni 2017, um 14 Uhr auf dem Rathenauplatz in Frankfurt am Main statt. Dr. Berno Bahro führt durch die Ausstellung.

Gefördert wird die Ausstellung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die DFB-Kulturstiftung und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ). Die aus Anlass der European Maccabi Games 2015 in Berlin erstmals gezeigte Ausstellung wurde zudem durch die Deutsche Bahn Stiftung gefördert.

Kooperationspartner für die Präsentation in in Frankfurt am Main sind das Eintracht Frankfurt Museums, Makkabi Deutschland und Ride for Solidarity 2017.

Autoren sind die Historiker Dr. Berno Bahro, Prof. Dr. Hans Joachim Teichler (Universität Potsdam), Prof. Dr. Lorenz Peiffer (Leibniz Universität Hannover) sowie Dr. Henry Wahlig (Deutsches Fußballmuseum Dortmund).

Die Ausstellung ist zweisprachig (deutsch/englisch) und über QR-Codes mit einer Online-Ausstellung verknüpft, auf der ergänzende Texte, Fotos und Filme ausführlich die jüdische Geschichte des deutschen Sports dokumentieren: www.juedische-sportstars.de

Ort
Rathenauplatz in Frankfurt am Main

Kontakt
Jüdisches Museum Frankfurt
Untermainkai 14
60311 Frankfurt am Main
Telefon 069 212 35000
info@juedischesmuseum.de
www.juedischesmuseum.de

Dr. Berno Bahro
Zentrum deutsche Sportgeschichte e. V.
Veteranenstraße 14
10119 Berlin
Tel.: 0175-1407470
E-Mail: bernobahro@zentrum-deutsche-sportgeschichte.de
www.zentrum-deutsche-sportgeschichte.de

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